Neue Marktstudie: „Kollaborieren oder Kollabieren?“
Aktuelle Umfrage bestätigt: Zunehmende Projektarbeit senkt Arbeitsproduktivität von Managern und Wissensarbeitern. Online Collaboration-Werkzeuge und Enterprise 2.0-Organisation sollen Abhilfe schaffen. Unternehmen müssen neue Organisationskonzepte implementieren, damit die neuen Technologien ihre Wirkung voll entfalten können.
Erste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen laut Studienautor und Medienberater Sebastian Paulke, Geschäftsführer von Wort+Welt, bedenkliche Auswirkungen wie die Überforderung der Mitarbeiter, Projektverzögerungen durch „Entscheidungsstaus“ oder technische Pannen. Mangelhafte Soft- oder Hardwarekomponenten können erschwerend hinzukommen: „Die massenhafte Bearbeitung von kollaborativen und kommunikativen Aufgaben hält mittlerweile bis zu 30 Prozent des Managements von der Erledigung der wichtigsten Dinge ab.“
Die Anforderungen an Team Collaboration-Lösungen sind laut Stefan Simons, Co-Autor und IT-Strategiespezialist, klar: „Sie sollen durch attraktive, intuitive und leicht zu bedienende Nutzerschnittstellen die Informations-, Kommunikations- und Kooperations- sowie Koordinationsprozesse entschlacken, beschleunigen und wertschöpfender gestalten.“ Sie müssen Für verteilt arbeitende Projektgruppen müsse es einfacher werden, ihre Arbeit zu erledigen und so die Produktivität zu erhöhen. Collaboration-Lösungen sollten das Management unterstützen, jeweils den aktuellen, „synchronen“ Projektstatus zu identifizieren, Aufgaben zu verteilen, ihre Erledigung zu verfolgen und das Geleistete zu dokumentieren. Zudem sind die betriebswirtschaftlichen Anforderungen zu beachten.
Die Studienautoren argumentieren, dass Unternehmen zugleich neue Organisationskonzepte einführen sollten, damit die neuen Technologien ihre Wirkung voll entfalten können. Dafür sprechen vier „Megatrends“, die bereits „in voller Blüte“ stehen: Die „Demokratisierung“ der Arbeit, die wachsende Bedeutung der Verbraucher für den Unternehmenserfolg, die zunehmende Beschleunigung der Information, Kommunikation,Kooperation sowie Koordination und die sinkende Bedeutung von Unternehmen und „starren“ Organisationen für die volkswirtschaftliche Wertschöpfung.
Nach Prognosen von Karl-Heinz Land steht der Unternehmensorganisation in den kommenden Jahren ein Paradigmenwechsel bevor: „Starre Strukturen weichen flexiblen, kollaborativen Organisationsformen und der Unternehmenszweck verändern sich radikal: Schon ab 2010 werden sich die Unternehmen massiv mit den Themen kollektive Unternehmensintelligenz, semantische Technologien, nicht-deterministische, event-getriebene Prozesse und Software basierte Antizipation von Marktentwicklungen befassen müssen“. Das sei der eigentliche Kern der Enterprise 2.0-Philosophie, so Land. Er benennt drei zentrale Handlungsanforderungen an Unternehmen, die sich durch den Einsatz von ETC-Lösungen fit für die Zukunft machen wollen: „Offenheit gegenüber Open Source-Systemarchitekturen, Erwerb von Kompetenzen im permanenten Change Management sowie die Entwicklung neuer Rahmenbedingungen für projektorientierte Arbeitsformen.“
